Auftakt der HAZ-Weihnachtshilfe mit Lions-Aktion am Kröpcke

Essen für den guten Zweck: Rüdiger Ahlers, Jan Sedelies, Klinik-Clown Fidou, Hardy Freitag und Beatrix Homann (v.li.). Foto: Kutter

Essen für den guten Zweck: Rüdiger Ahlers, Jan Sedelies, Klinik-Clown Fidou, Hardy Freitag und Beatrix Homann (v.li.). Foto: Kutter

Gelungener Auftakt für die HAZ-Weihnachtshilfe: Am Kröpcke haben am Sonnabend Dutzende Mitglieder des Lions-Clubs Hannover-Calenberg für den guten Zweck Erbsensuppe, Kuchen und Bratwurst verkauft. Dabei bekamen die Ehrenamtlichen tatkräftige Unterstützung von Bürgermeister Thomas Hermann.

Gemeinhin gelten Zahnärzte nicht als derart notleidend, dass man ihnen verschämt 50 Euro zustecken muss. Und natürlich ist der Schein, der Rüdiger Ahlers gegen Samstagmittag am Kröpcke angedient wird, nicht für ihn persönlich bestimmt. Sondern für den guten Zweck. In erster Linie kommt das hier gespendete Geld der HAZ-Weihnachtshilfe zugute, deren wohltätiges Wirken der Wintersaison 2016/17 mit diesem Tag offiziell beginnt.   Zum 19. Mal hat der Lions-Club Hannover-Calenberg den Verkauf von Speis und Trank organisiert. Und manche Fans von Erbsensuppe, Apfelkuchen und Schinkengriller lassen sich halt nicht lumpen. Lassen es nicht bei ein paar Euro für das rustikale Mahl bewenden, sondern zeigen sich spendabel. Doch Cheforganisator Ahlers weist ihnen immer den rechten Weg – zur Spendendose auf dem Tisch.

Natürlich friert der „Activity-Beauftragte“, wie Ahlers in der Lions-Welt heißt, nicht allein am Kröpcke. Alle 21 Mitglieder des Calenberger Ablegers und etliche Familienangehörige haben ihren Anteil am wohltätigen Wirken. Haben Kuchen gebacken und Einkäufe getätigt, schöpfen aus dem Kessel mit den 350 Litern Erbsensuppe oder verkaufen geschmorte Champignons. „In jüngerer Vergangenheit haben wir der Weihnachtshilfe jedes Jahr 5000 Euro übergeben können“, erzählt der 62-Jährige. Und auch die Clinic-Clowns aus Hannover bekommen einen Teil der Einnahmen aus Verkaufserlös und Spenden ab – was die Anwesenheit von Spaßmacher Fidou alias Sven Hoffmann erklärt.

Selbst der 19. Durchgang dieser Lions-Aktion hat den Elan von Rüdiger Ahlers nicht erlahmen lassen. 150 Briefe hat er geschrieben, um Freunde, Bekannte und Prominente in die Innenstadt zu locken. Tue Gutes und rede darüber – hier gilt’s. Schön, dass der Celler Künstler und Museumsleiter Robert Simon seinem Ruf gefolgt ist, ebenso wie Regionspräsident Hauke Jagau oder Bürgermeister Thomas Hermann. „Aber ich hätte mich natürlich gefreut, wenn auch der Landesbischof oder ein Minister der Landesregierung meiner Einladung gefolgt wären“, sagt der Mediziner.

Doch mehr noch bekümmert den umtriebigen Aktivisten der Nachwuchsmangel bei den weltweit tätigen Lions. „Dabei sind die Hürden doch gar nicht so hoch“, meint er, „man sollte ab und zu mal einen Vortrag halten, am Austausch von Erfahrungen interessiert sein und einen Sinn fürs Helfen haben.“ Nicht ohne Grund hat sich der frühere Herrenclub inzwischen auch Frauen geöffnet; die Calenberger Gruppe zählt bereits drei weibliche Mitglieder.  An den drei Ständen am Kröpcke ist ein ständiges Kommen und Gehen, die Umsätze sind vielversprechend. „Im Vorjahr dagegen war die Stimmung sehr gedrückt, einen Tag nach den Bombenanschlägen von Paris“, erinnert sich Ahlers. 2014 sagten die Lions ihren Wohltätigkeits-Verkauf sogar ganz ab, einer Demonstration der populistischen Hagida-Bewegung geschuldet. Doch diesen Samstag bleibt alles friedlich. Und so viele großzügige Gönner wie in diesem Jahr, sagt der 62-Jährige, habe er auch noch nie bei einer Bratwurst-Activity erlebt.

 

Author: Frerk Schenker

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