Benefizkonzert von Ernst Müller hilft schon für die Saison 2017

Ernst Müller musizierte mit Taktstock und Taktgefühl im Theater am Aegi. Foto: Villegas

Vom „Lustigen Hannoveraner“ bis „Treffpunkt Kröpcke“: Die Langenhagener Symphoniker begeistern beim Neujahrskonzert für die HAZ-Weihnachtshilfe.

Die Noten zum „Jubel-Marsch“ fand der Langenhagener Dirigent und Musikdirektor Ernst Müller einst im Staatsarchiv. Dort lagerte die Komposition seiner Majestät Georg V. König von Hannover und stellte Musiker vor eine Herausforderung. Ein Stück für 30 Fagotte? Müller nahm sich des Werks an – und arrangierte um. Am Montag feierte seine triumphale Bearbeitung unter großem Applaus im Theater am Aegi Uraufführung.
Müller ist ein Urgestein der hannoverschen Musikkultur: In diesem Jahr feiert der 77-Jährige Musikdirektor sein 60-jähriges Bühnenjubiläum. Dazu lud er mit den Langenhagener Symphonikern und dem Vorsitzenden Detlef Leonenko zum Neujahrskonzert für die HAZ-Weihnachtshilfe. Es war sein 31. Benefiz-Konzert. Und gleichzeitig soll es auch das letzte Neujahrskonzert Müllers gewesen sein – zumindest wurde es so angekündigt.

Zahlreiche Gastmusiker und Solisten unterstützten Müller im Aegi. Foto: Villegas

Für den Abschied von der großen Bühne hatten die Musiker viele besondere Stücke einstudiert: Neben dem „Jubel-Marsch“ präsentierte Müller den „Sparschweinwalzer“, den einst Herbert Schmalstieg in Auftrag gegeben hatte – lange bevor er Oberbürgermeister wurde. Dazu waren Medleys aus bekannten Walzern und Verdi-Stücken zu hören. Zahlreiche Freunde und Weggefährten Mülles standen ebenfalls auf der Bühne: Der Kammersänger und Langenhagener Hans-Dieter Bader trug zunächst das „Wolgalied“ und das „Chianti-Lied“ vor, um später die deutsche Version von Sinatras „My Way“ stimmgewaltig zu zelebrieren. Der Neustädter Canora-Chor sang unter der Leitung von Frank Hahn Leonard Cohens „Hallelujah“. Und der ehemalige Mövenpick-Chef Dietmar Althof dirigierte agil und linkshändig als Überraschungsgast erst den „Treffpunkt Kröpcke“ und später sogar das Publikum beim „Radetzky-Marsch“. Detlef Leonenko moderierte dazu durch die Stücke, verlas Heinz Erhardt-Gedichte und führte kurzweilig in die Tradition von Hofkonzerten ein. Heinrich Prinz von Hannover, der mit Doris Schröder-Köpf die Schirmherrschaft für das Konzert übernommen hatte, lächelte nicht ohne Stolz. Beim Konzert trafen Musical-Songs aus „My Fair Lady“ auf „O mein Papa“ und den „Lustigen Hannoveraner“. „Can‘t Help Falling In Love“ von Elvis folgte auf die „Petersburger Schlittenfahrt“. Am Ende dankte Müller mit „So ein Tag, so wunderschön wie heute“ – und das aufgestandene Publikum sang beherzt mit. Eine leidenschaftlicher Schlussakkord.

Hans-Dieter Bader sang im Theater am Aegi „My Way“. Foto: Villegas

 

Dietmar Althof übernahm als Gast den Taktstock. Foto: Villegas

 

Von Isabell Rollenhagen 
und Jan Sedelies

Author: Jan Sedelies

Teile diesen Beitrag auf

Kommentar absenden

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Hier online spenden!

Jeder Euro hilft